Software AG

2. Quartalsbericht 2008



1. Wesentliche Ereignisse im Berichtszeitraum

Die Software AG hat ihren Wachstumskurs auch im zweiten Quartal 2008 erfolgreich fortgesetzt und das beste Q2 und Halbjahresergebnis in der Unternehmensgeschichte vorgelegt. Wir haben wichtige operative Maßnahmen weitergeführt, die zu dem Erreichen der ambitionierten Ziele für das gesamte Geschäftsjahr 2008 beitragen: Die Prognose für das Gesamtjahr 2008, Umsatzwachstum zwischen 24 und 27 Prozent und Steigerung der EBIT-Marge von 22 Prozent auf 24 Prozent, kann trotz schwierigerem Marktumfeld bestätigt werden.

Ein Jahr Software AG und webMethods

Im Juni 2008 hat sich der Zusammenschluss der Software AG und der webMethods, Inc. zum ersten Mal gejährt. Resümierend lässt sich feststellen, dass die US-Akquisition für die Software AG die richtige Entscheidung war. Wir haben ein hervorragendes Produktportfolio, ausgezeichnete Experten, eine anerkannte Marke und sehr gute Kunden in dem Marktsegment Integrationssoftware hinzugewonnen, in dem wir Weltmarktführer werden wollen: Serviceorientierte Architektur (SOA) und Business Process Management (BPM). Außerdem haben wir mit der Übernahme einer US-Gesellschaft unsere Präsenz auf dem größten IT-Markt der Welt, den USA, deutlich ausgeweitet. Die Software AG verfügt nun über die notwendige Größe, um den derzeitigen Marktanteil auszubauen. Die Software AG hat im Marktsegment Integrationssoftware ihren Marktanteil auf 6,4 Prozent ausgebaut und ist in diesem Bereich jetzt weltweit der drittgrößte Anbieter nach Oracle und IBM.

Vertriebsbereiche neu zugeordnet

Im April 2008 hat der Aufsichtsrat eine Neuordnung des Vorstands beschlossen. Ziel war es, die Vertriebseffizienz zu erhöhen und insbesondere das Umsatzwachstum im Geschäftsbereich webMethods zu forcieren. Der Geschäftsbereich hatte im ersten Quartal zwar stabile Umsatzzahlen in den USA gezeigt, zeigte jedoch in den Regionen EMEA und Asien/Pazifik Vertriebsschwächen. Die Umorganisation soll die bisherige Fokussierung des Geschäftsbereichs webMethods auf den US-Markt um eine wirksame globale Marktpräsenz ergänzen. Die Vertriebe der Geschäftsbereiche ETS und webMethods haben eine gemeinsame regionale Führung:

Mark Edwards, Vorstandsmitglied der Software AG seit 2003, und David Broadbent, Mitglied des Vorstands seit 2007, haben beide langjährige Vertriebserfahrungen im Markt für Business Infrastruktur-Software. Die Neustrukturierung ermöglicht vor allem für unser webMethods-Produktportfolio eine höhere Vertriebseffizienz, besonders in Europa und Asien. Beide Vetriebseinheiten bleiben getrennt in die Geschäftsbereiche ETS und webMethods, sie unterstehen allerdings einer einheitlichen Leitung auf Vorstandsebene. Damit bleibt die Spezialisierung des Vertriebs auf die unterschiedlichen Geschäftsbereiche erhalten und gleichzeitig kann das Management die Vertriebe zu einer einheitlichen und kundenorientierten Marktstrategie zusammenführen. Die Leitung der beiden Vertriebe wird sich darauf konzentrieren, große Projekte im Softwaremarkt für serviceorientierte Architekturen zu gewinnen, bei Bestandskunden und bei der Gewinnung von Neukunden. Dr. Peter Kürpick, verantwortlich für den Bereich R&D des Geschäftsbereichs webMethods wird nun zusätzlich den bislang von David Broadbent verantworteten R&D-Bereich ETS übernehmen. Durch die Zusammenfassung in eine R&D-Organisation, die nicht mehr nach Geschäftsbereichen getrennt ist, versprechen wir uns vor allem im Hinblick auf die Entwicklung ergänzender Produkte eine signifikante Effizienzsteigerung.

Neue Technologien und Auszeichnungen

Auf der Benutzerkonferenz Ende Juni in Sevilla haben wir zwei Produktinnovationen vorgestellt: Natural SQL Gateway sowie Replicator for Adabas on Open Systems. Beide verbessern den Austausch von Echtzeit-Daten für Mainframes und Open Systems.

Natural SQL Gateway bietet Nutzern eine umfassende und einheitliche Datensicht, die sich über verschiedene Anwendungen und Datenbanken erstreckt. Durch die Konsolidierung des Datenzugriffs in einer einzigen Anwendung können diese Daten mit bestehenden Natural-Anwendungen optimal analysiert und genutzt werden. Natural SQL Gateway kann aber auch zur Auslagerung nicht-geschäftskritischer Daten aus Mainframe-Systemen verwendet werden, was die Kosten für Hardware-Plattformen senkt.

Event Replicator for Adabas on Open Systems repliziert automatisch Adabas-Daten für Datenbanken und Messaging-Systeme von Drittanbietern auf Open-Systems-Plattformen und verwendet dafür SQL. Dies gewährleistet, dass zentrale Geschäftsdaten anderen wichtigen operativen Systemen wie Business-Intelligence-Tools oder ERP-Systemen sofort zur Verfügung stehen. So arbeiten alle Nutzer auf der Grundlage vollständiger und aktueller Daten.

Die Software AG investiert damit auch weiterhin in die kontinuierliche Weiterentwicklung des ETS-Produktportfolios, jährlich circa 40 bis 50 Millionen USD in die Forschung und Entwicklung von Adabas und Natural. Adabas zählt zu den weltweit am häufigsten eingesetzten Mainframe-Datenbanken und bildet in jedem fünften Global-500-Unternehmen die Grundlage der zentralen Transaktionssysteme. Natural, die Entwicklungs- und Ablaufumgebung der Software AG für Geschäftsanwendungen, ist für ihre schnelle und effiziente Erzeugung unternehmensweiter Transaktionssysteme für Mainframe- und Open-Systems-Plattformen bekannt.

Nach einer aktuellen Untersuchung eines führenden internationalen Marktforschungsunternehmens ist die Software AG heute der drittgrößte Anbieter auf den Märkten für Business Process Management Suites (BPMS) und Enterprise Service Bus (ESB) gemessen an ihrem Marktanteil im Jahr 2007. Ein weiteres führendes Marktforschungsunternehmen hat uns zudem als „Leader“ im Bereich B2B-Gateway Software eingestuft.

Ausbau von Kundenbasis und Partnerschaften

Insgesamt konnte die Software AG in der ersten Jahreshälfte 118 Neukunden gewinnen, 75 davon allein im zweiten Quartal, und damit die globale Kundenbasis weiter ausbauen. So basiert zum Beispiel die neue IT-Strategie der schwedischen Finanzgruppe Volvofinans auf der Software-Technolgie. Das Unternehmen setzt CentraSite der Software AG als Unternehmensplattform für Governance und Metadatenmanagement in einer serviceorientierten Architektur ein. Damit soll die Markteinfühung neuer Produkte und Dienstleistungen beschleunigt werden. Weitere Neukunden im Geschäftsbereich webMethods waren zum Beispiel in Deutschland T-Mobile sowie das Bundesland Brandenburg.

Im zweiten Quartal wurden neben Neukunden bereits erfolgreich laufende Projekte namhafter Kunden mittels Pressemitteilungen und Fallstudien in den Markt kommuniziert: UNIQA, SaskTel, Unique, 3Com.

Nach dem Erfolg ihres gemeinsamen BPM-Projekts am Flughafen Zürich erweitern die Software AG und Qualysoft ihre Partnerschaft in Deutschland und der Schweiz. So werden die Unternehmen künftig gemeinsam innovative BPM-Lösungen im gesamten deutschsprachigen Raum anbieten. Gerade hat eine neue Branchenstudie gezeigt, dass viele Unternehmen bei Business Process Management noch Entwicklungsbedarf haben. Dieses Potenzial wollen wir nutzen.

Software AG übernimmt gesellschaftliche Verantwortung

Auch als weltweit agierendes und erfolgreiches Unternehmen hat die Software AG den Ursprungsstandort nicht aus den Augen verloren. Wir sind davon überzeugt, dass die Übernahme von Verantwortung für ihre Region ein wichtiger Bestandteil des Erfolgs des Gesamtunternehmens darstellt. Um die Region Darmstadt Rhein Main Neckar als IT-Spitzenstandort in Europa zu etablieren, fand im Mai 2008 das 1. IT-Forum Darmstadt Rhein Main Neckar statt. Ab sofort soll die brancheninterne und -übergreifende Vernetzung gefördert, das Standortmarketing gestärkt und die Wettbewerbssituation regionaler Akteure verbessert werden. Gastgeber der Veranstaltung waren unter anderem die Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, der Vorstandsvorsitzende der Software AG, Karl-Heinz Streibich und der IHK Darmstadt Präsident Dr. Michael Römer.

Darüber hinaus prämierte das Hessische Wirtschaftsministerium die Software AG im Rahmen eines Landeswettbewerbs zum Aufbau eines IT-Clusters. Die Projektvorschläge der Software AG und der Partner TU, SAP Research (Darmstadt) und IHK Kammern wurden ausgezeichnet, und ein Clustermanagement wird in Höhe von 350.000 Euro für drei Jahre mit Landesmitteln gefördert. Das Clustermanagement wird seinen Sitz in Darmstadt haben.

Einen Meilenstein im Bereich „Green IT haben wir nach einjähriger Forschungsarbeit mit dem Potsdamer Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik (HPI) erreicht. Gemeinsam wurden Methoden und Werkzeuge entwickelt, die das Zusammenwirken verschiedener IT-Systeme optimieren und damit Stromverbrauch und Hardware-Kosten verringern.