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Wesentliche Ereignisse im Berichtszeitraum

Die Software AG hat sich auch im zweiten Quartal 2009 in weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Zeiten gut entwickelt. Das Wachstum basiert auf dem robusten Geschäftsmodell des Unternehmens. Dieses besteht aus zwei unterschiedlichen Geschäftsbereichen, einer großen Anzahl von Bestandskunden mit langfristigen Wartungsverträgen in allen Branchen, einem Produktportfolio, das den Kunden in der Rezession Prozessoptimierung und Effizienzgewinne ermöglicht, sowie einer breiten globalen Präsenz. Letzteres ist insbesondere wichtig, da die Wirtschaftskrise in verschiedenen Regionen unterschiedlich ausgeprägt ist. Die Software AG wuchs erneut profitabel und entwickelte sich damit unter diesen Marktbedingungen besser als viele andere Unternehmen aus dem Wettbewerbsumfeld.

Besonders hervorzuheben war im zweiten Quartal das 40jährige Firmenjubiläum der Software AG - am 30. Mai 1969 war das Unternehmen als Europas erster reiner Softwarehersteller gegründet worden. Das Unternehmen hat damit die längste internationale Markterfahrung im Vergleich zu anderen Softwareunternehmen dieser Größe. Gleichzeitig feiern wir in diesem Jahr unser 10jähriges Jubiläum an der Börse. Sehr wichtig war im Berichtsquartal die Vorstellung der ersten vollständig integrierten webMethods Produktplattform (Release 8). Damit ist die Integration der Mitte 2007 übernommenen webMethods Inc. auch auf der Produktseite komplett abgeschlossen.

1.1 Wachstumstreiber Innovation und Kundenorientierung

Wir arbeiten permanent an der Weiterentwicklung unserer bestehenden Produkte und der Entwicklung neuer Produkte entlang unserer Wertschöpfungskette. Im zweiten Quartal konnten wir webMethods 8.0 vorstellen, die erste vollständig integrierte Version seit der Übernahme des US-Unternehmens webMethods, Inc.

Mit webMethods 8.0 können Unternehmen sowohl neue offene Architekturen als auch Investitionen in bestehende Infrastruktur besser ausschöpfen, den Zeit- und Kostenaufwand für Prozessoptimierung und Systemintegration senken und dank einer engeren Zusammenarbeit zwischen IT und Fachbereichen die Produktivität entscheidend erhöhen.

Wie die Vorgängerversionen orientiert sich auch webMethods 8.0 an den Anforderungen, die global operierende Unternehmen an Infrastruktursoftware für Geschäftsprozesse stellen.

Mit der neuen Discovery Edition for Natural konnten wir ein weiteres neues Produkt auf den Markt bringen. Es modernisiert kostengünstig Natural-Anwendungen und erweitert damit die webMethods Application Modernization Suite. So können Unternehmen ihre bestehenden Systeme modernisieren und geschäftliche Innovationen vorantreiben, ohne die bestehenden IT-Systeme ersetzen zu müssen. Beide Produktweiterentwicklungen zeigen, dass die Software AG ihren Weg als Produkthaus und Hersteller eigener, innovativer Softwareprodukte konsequent weiterverfolgt. Es zeigt außerdem, dass Produkte in beiden Geschäftsbereichen, sowohl webMethods, als auch beim Datenmanagement (Enterprise Transaction Systems, ETS ), kontinuierlich weiterentwickelt werden und somit alle Kunden ihre IT-Systeme modernisieren und den Lebenszyklus ihrer Investitionen verlängern können.

Auch der Markt hat unsere Produkte erneut gewürdigt: Wir sind unter anderem von einem einflussreichen IT- und Marktforschungsunternehmen als „Leader“ für SOA Governance-Technologien eingestuft worden. Mit den neuen Versionen von CentraSite ActiveSOA und web- Methods Insight bauen wir damit unsere Führungsrolle auf dem SOA Governance-Markt aus. In einer weiteren Erhebung dieses Analysehauses wurde uns ein Anteil von 13,7 Prozent an diesem Markt bescheinigt – fast drei Prozentpunkte vor dem zweit platzierten Unternehmen. Damit ist die Software AG der weltweit führende Anbieter von SOA Governance-Technologien.

Die IT-Dienstleistungen der Software AG sind in den letzten Monaten, unter Führung des zuständigen Vorstandsmitglieds Ivo Totev neu ausgerichtet worden. Die Geschäftseinheit trägt nun den Namen „Global Consulting Services“ und verfügt über eine neue Personalstruktur ebenso wie eine überarbeitete Strategie.

Die Vision der Software AG ist klar: die Digitalisierung der IT-gestützten Geschäftsprozesse soll den Kunden der Software AG ermöglichen, ihre Prozesse effizienter zu managen. Hintergrund ist der allgemeine wirtschaftliche Trend, dass Prozessinnovationen neben den reinen Produkt- innovationen in Unternehmen immer wichtiger werden. Das Management von digitalen Geschäftsprozessen beinhaltet die Einführung einer prozessorientierten und flexiblen IT-Struktur, die Geschäftslösungen optimiert und unter anderem auch IT-Ausgaben zu einem schnellen Return-on-Investment verhilft.

Wiederholt ist es uns im abgelaufenen Quartal gelungen, neue Kunden für unsere Produkte zu begeistern. Darüber haben wir in Presseerklärungen und in Form von Fallstudien auf unseren Internetseiten berichtet. So unterstützen wir etwa im Bereich der Logistik mit unseren Technologien für SOA und BPM ein Pilotprojekt der Technischen Universität Hamburg-Harburg und der Kühne School of Logistics and Management. Ziel des Forschungsprojektes ist es Methoden zu entwickeln, um die Prozesseffizienz in der maritimen Container-Logistik zu erhöhen. Ein anderes Anwendungsbeispiel kommt von der Central Banco Universal, einer führenden Regionalbank Venezuelas: Diese optimiert so ihre Geschäftsabläufe mit webMethods Business Process Management Suite und beschleunigt ihre Forderungsbearbeitung um 60 Prozent.

Entsprechend unserer Unternehmensstrategie ist ein weiterer Wachstumstreiber der Ausbau unseres Partnernetzwerks. Im zweiten Quartal haben wir unsere in Frankreich bestehende Partnerschaft mit Logica, einem führenden IT-Dienstleister, auf ganz Europa ausgeweitet. Mit Logica wollen wir in weiteren Ländern neue Aufträge bzw. neue Kunden gewinnen. Veranstaltungen des zweiten Quartals, auf denen wir uns eng mit unseren Kunden, Partnern und anderen Interessierten austauschen, zählten wie jedes Quartal zahlreiche „SOA- oder BPM-Masterclasses“, Kundengewinnungsveranstaltungen („Lead Generation“) oder die aktive Teilnahme an Gartner-Konferenzen. Die Software AG-Veranstaltung „Trends und Praxisberichte aus der Welt des BPM“ fand bereits zum vierten Mal statt.

1.2 Kontinuierliche Unternehmensentwicklung

Die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells der Software AG ließ sich auch auf der diesjährigen Hauptversammlung am 30. April 2009 in Darmstadt belegen: Mit Herrn Heinz Otto Geidt ist ein Vertreter der Software AGStiftung, des größten Anteilseigners der Software AG, in den Aufsichtsrat des Unternehmens gewählt worden. Herr Geidt ist der Leiter der Vermögensverwaltung der Software AG-Stiftung. Damit ist der „Ankerinvestor“ der Software AG näher an das Unternehmen herangerückt. Als neuer Aufsichtsratsvorsitzender wurde Herr Dr. Andreas Bereczky, Produktionsdirektor des ZDF, gewählt. Er folgt auf Herrn Frank F. Beelitz, der nach zehn Jahren als Mitglied bzw. Vorsitzender aus diesem Gremium ausgeschieden ist.

1.3 Aufbau Innovationsnetzwerke

Die Software AG engagiert sich für ihren Standort Darmstadt sowie die Region und fördert Allianzen von Unternehmen im deutschsprachigen Raum. Ziel dieser Aktivitäten ist es, in der Region Rhein-Main- Neckar, dem Standort der Unternehmenszentrale, ein Innovationsnetzwerk für Unternehmenssoftware aufzubauen. Damit soll die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Wissenschaft und Politik verbessert werden. Der Nutzen für das Unternehmen liegt zum Beispiel in der Reduzierung der Fertigungstiefe durch Kooperationen mit Partnern in arbeitsteiligen Prozessen. Ein weiterer Nutzen können zusätzliche öffentliche Mittel für Forschungsförderung oder die Vermeidung von Doppelforschung sein. Ebenfalls von Nutzen ist ein gesteigertes Image der Region als führender IT-Standort und internationale Bekanntheit. Ein positives Image des Standortes unterstützt das Firmenimage und erleichtert den Zugzug von Fachkräften, die im Unternehmen beschäftigt sind.

In einer von der Software AG in Auftrag gegebenen Studie der TU Darmstadt, die am 22. Juni 2009 zusammen mit der Hessischen Landesregierung den Medien präsentiert wurde, verglichen die Autoren die IT-Cluster Silicon Valley, Bangalore, Oulu (Finnland) und Dresden mit der IT-Region Rhein-Main-Neckar. Demnach gibt es mit rund 7.000 IT-Unternehmen in der Region von Frankfurt bis Heidelberg mehr ITUnternehmen als im Silicon Valley. Jedoch sind die IT-Unternehmen im Rhein-Main-Neckar-Gebiet deutlich kleiner als im IT-Cluster in Kalifornien und weisen damit eine sehr viel geringere Bedeutung für den Beitrag zum BIP oder zur Beschäftigung auf. Nach der Studie der Forscher der TU Darmstadt sind Cluster eines der wichtigsten Instrumente einer strategischen Wirtschafts- und Wachstumspolitik. Insbesondere im IT-Bereich gelten Cluster als notwendig, um langfristig erfolgreich zu sein. Es ist das Ziel, auch der Software AG, das IT-Cluster Rhein-Main-Neckar weiterzuentwickeln und weltweit bekannt zu machen.

Mit finanzieller Unterstützung der Landesregierung haben IHK, TU Darmstadt, Software AG, SAP AG und IDS Scheer AG in den letzten Monaten erfolgreich ein Clustermanagement installiert, das im Rahmen des 2. IT-Forums in Darmstadt Ende Juni die Arbeit aufgenommen hat. Im Wettbewerb um das Spitzencluster der Bundesregierung hat die gemeinsam mit Institutionen aus Saarbrücken und Kaiserlautern abgegebene Bewerbung “Unternehmenssoftware für das digitale Unternehmen der Zukunft“ eine weitere Hürde genommen und das Finale erreicht. Die endgültige Entscheidung fällt im Januar 2010. Es geht um rund 50 Millionen Euro Forschungsgelder, die von den beteiligten Unternehmen und Wissenschaftsinstitutionen abgerufen werden können, wenn sie Forschungsaufwendungen in gleicher Höhe haben.

Auf der BITKOM-Jahrestagung am 19. Juni 2009 in Hamburg wurde der Vorstandsvorsitzende der Software AG, Karl-Heinz Streibich, wieder in das Präsidium des Bundesverbandes BITKOM gewählt und hat dabei die meisten Stimmen aller gewählten Präsidiumsmitglieder erhalten.

1.4 40jähriges Firmenjubiläum

Europas erstes Softwareunternehmen wurde vor 40 Jahren, am 30. Mai 1969, gegründet. Heute ist die Software AG mit einer Marktkapitalisierung von 1,4 Mrd. Euro ein großes internationales Softwarehaus. Den Grundstein für den Erfolg hat vor allem Dr. Peter Schnell gelegt, einer der Gründer des Unternehmens: Er entwickelte die noch heute schnellste Datenbank der Welt, Adabas und leitete die Internationalisierungs- und Wachstumsstrategie ein, die das Unternehmen schon früh als einen wichtigen Anbieter auf allen großen IT-Märkten der Welt etabliert hat. Auch heute spielt Herr Dr. Schnell als Gründer der Software AG-Stiftung, die rund 30 Prozent der Aktien hält, eine wichtige Rolle für das Unternehmen. Die Stiftung sichert das Unternehmen vor feindlichen Übernahmen. Rund ein Drittel Dividende fließen durch die Aktivitäten der Stiftung sozialen Projekten zu. In Anerkennung all dieser Leistungen wurde Herrn Dr. Schnell im Mai 2009 das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Die Software AG hat in den vierzig Jahren ihres Bestehens viel geleistet: Sie hat kontinuierlich und konsequent eigene Innovationen entwickelt und auf den Markt gebracht. Sie ist geografisch expandiert und heute in vielen Ländern der Welt zu Hause. Und da, wo wir aus eigener Kraft nicht weitergekommen sind, haben wir zugekauft und ein Partnernetzwerk aufgebaut, um Lösungen gemeinsam zu entwickeln und zu vertreiben. Ein weiterer wichtiger Meilenstein war der Börsengang 1999 als größte Neuemission von Aktien eines Softwareunternehmens an der Frankfurter Wertpapierbörse, der sich in diesem Jahr zum zehnten Mal jährt.

Aus Kostengründen hat die Software AG angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen Situation alle Feierlichkeiten zum Firmenjubiläum abgesagt. Stattdessen begleiten anlassbezogene Presse- und Öffentlichkeitsmaßnahmen das besondere Event. Dazu zählen unter anderem zahlreiche Pressetexte und -veröffentlichungen, Interviews, ein Film, ein Webcast für die Mitarbeiter sowie eine Beschreibung der Entstehung der deutschen Softwareindustrie, die in der zweiten Jahreshälfte den Mitarbeitern und der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll.